The Way 2 Hell – Wahnsinn aus Latex und Kunstblut Eine kleine morbide Fotoreise in die Welt einer großartigen Make-Up Künstlerin

collage_2Wenn man von einem Teufel mit grünen Hörnern empfangen wird, kann man sich sicher sein die richtige Ausfahrt auf der A40 zum kosmetischen Schafott im Pott genommen zu haben. Willkommen in der großen und bunten Make-Up Artist Hexenküche und dem Latex-Paradies von Tanja Wolsing, die mich, selbst dem ausgerufenen Tages-Motto stilistisch angepasst und entgegen ihrem Aussehen aber ganz herzlich begrüßte – wenn das Grauen ein Lächeln trägt. Ein leichter Hauch von Ammoniak umgarnte meine Geruchsrezeptoren in einer fast morbiden Stille, die ab und an nur durch ein ganz sanftes, fast schon andächtiges Rühren eines Pinsels im Wasserglas durchschnitten wurde. Unzählige Töpfchen mit Farben, Gläser bestückt mit Pinseln, Latexkleber und Watte standen wie ein Begrüßungskomitee in Oberhausen Spalier und säumten den Weg entlang der Regale von denen mich dunkle Gestalten auf Fotos musterten, denen man weder Job noch Wohnung geben würde. ‚Du bist der Nächste!‘ schienen sie mir entgegen zu rufen und wirkten dabei als wenn sie mir meine Seele rauben wollen würden. Ich näherte mich vorsichtig dem hinteren Teil des Studios. ‚Verdammt – wer ist denn das da auf dem Stuhl?‘ dachte ich laut. ‚Die Frau vom Joker – Harley Joker!‘ wurde in meine Richtung wie ein Pfeil, der mein Herz spalten sollte, abgefeuert. ‚Kennst du etwa nicht den Film SUICIDE SQUAD?‘, ‚Nein, ich bin unwürdig, ich bin Staub!‘ erwiderte ich etwas stotternd und eingeschüchtert kleinlaut vor der Frau mit dem fröhlich-tödlichem Psychopaten-Blick. Die Augen weit aufgerissen saß sie mit ihrem rot-blauen Aggro-Schopf nach hinten gelehnt im Behandlungsstuhl und ließ sich just in dem Moment, in dem meine Augen ihr Gesicht scannten, die Mundwinkel verbreitern. Irgendwie wollte ein ‚Schön dich kennen zu lernen!‘ trotz ihres animalisch anziehenden Ausdrucks nicht über meine Lippen rutschen. Ihr gegenüber saß die Hexe von Oz – die böse grüne Hexe des Westens mit einem Smartphone in der Hand. Wie sich die Zeiten doch ändern. Sie weckte nicht nur kindliche Erinnerungen an sonntägliche Fernsehnachmittage mit Judy Garland und Toto in mir, sondern ließ auch noch einmal meine letzte Fischvergiftung Revue passieren. Ihre Stimmung hatte sie bereits mit ihrem Look synchronisiert und so wäre es für mich auch nicht verwunderlich gewesen, wenn sie via WhatsApp Flüche an nervige Jungs von ihrer Schule versendet hätte. Wen wundert es also dann noch, dass sie die Tochter von Harley Joker ist! Ein somit rundum gelungener Startschuss in einen aufregenden und verdammt unterhaltsamen Nachmittag, den ich im Beauty-Concept Studio verbringen sollte.

collage_1Halloween – genau der passende Horror-Hardcore-Tag um für euch einen Blick hinter die Kulissen von Latex und Kunstblut zu werfen. Ein tiefer Blick in den Geburtskanal von Untoten, Mad Smileys, Hexen, Kürbisköpfen, Teufeln, Masken des Día de Muertos und Totenschädeln. Das komplette Programm. Nur selten scheint es Ausstehenden wirklich bewusst zu sein wie viel Arbeit, handwerkliches Geschick, künstlerisches Talent und jede Menge Konzentration dazu gehören professionelle Abbilder zu schaffen, die Schrecken und Entsetzen verbreiten aber auch den Bräutigam am Altar einfach nur dahin schmelzen lassen – hier wird es haptisch. Make-Up Artistin Tanja Wolsing, die bereits mit 14 Jahren den (festen) Einstieg ins Porentuning wagte, war bereits mehrmals für die Feenstaub Entertainment Eventfotografie im Einsatz. Das letzte große gemeinsame Projekt war das CAPCOM Resident Evil Fotoshooting im August diesen Jahres, aber auch zu Hochzeiten greife ich gerne auf ihre Fertigkeiten zurück. In den heutzutage sehr eng gesteckten Zeitfenstern ist es einfach wunderbar mit Menschen zusammen arbeiten zu dürfen, die nicht nur über ihr Handwerk reden, sondern es auch verstehen. Besucht Tanja Wolsing mit ihrem Beauty-Concept auch gerne auf Ihrer Webseite oder bei Facebook

Trick or Treat! Give me something good to eat. Give me candy. Give me cake. Give me something sweet to take!

Mit ‚Nicht die Luft anhalten – bitte weiter atmen‘ erinnerte Tanja Wolsing die nächste Kundin zwischendurch auch immer wieder einmal daran, dass ein durchgehender Atemstillstand für den weiteren Arbeitsprozess nicht förderlich sei. Mit geschlossenen Augen ein Gefühl wie im Kreißsaal. Und das alles nur damit der nächste Lidstrich, auf dem bereits Konturen annehmenden Teufelsgesicht, punktgenau gezogen werden konnte. Die vorher auf der Stirn platzierten Hörner verrichteten währenddessen schon recht eindrucksvoll ihre Arbeit und wirkten wie erhobene Zeigefinger Richtung Vatikan. Das einzige was das bereits große Kino an diesem Tag absolut perfekt hätte machen können, wäre der Umstand gewesen, dass sich unter mir noch der Boden zum Fall ins Set von The Walking Dead aufgetan hätte. Schlag auf Schlag ging es nun weiter. Auch die Beauty-Concept Praktikantin Nicole kam ins Schwitzen – auf ihrem Stuhl gaben sich Kürbis und Half-Head Skulls den Schminkstift in die Hand und um so näher der Halloween Abend rückte, um so öfter klingelte es. Aber niemand der Einlass begehrte wollte Süßes oder offerierte Saures – Körperteile standen hier ganz klar im Fokus. Vorbei die beschauliche Ruhe. Hier eine Grundierung, da ein wenig Puder und etwas Glitter, hier eine Batterie an Straß Steinen und immer wieder der Fön zum Trocknen von angeklebten (Kochen-) Applikationen, für die man sich normalerweise ohne Krankenkassenzuschuss und mit dem Überziehungszinslächeln des Bankberaters unters Messer legt, um sie los zu werden. Und mittendrin statt nur dabei und immer auf Augenhöhe mit Make-Up Artistin Tanja und ihrer Praktikantin Nicole – der Foto-Horror, der auch immer besonders nah ran wollte!

Hier die Fotostrecke eines eindrucksvoll-morbiden Making-of am 31.10.2016